Mokka – ein wichtiger Begriff in der Kaffeewelt

Verschiedene Bedeutungen einfach erklärt

Dass das Kaffeegetränk Mocha unabhängig von dem Mokka ist und trotz der ähnlichen Namen kein Zusammenhang besteht, habt Ihr bereits erfahren. Der Begriff „Mokka“ steht in der Kaffeewelt sowohl für eine Stadt, eine Kaffeeart, eine Varietät der Arabica-Kaffeesorte und eine bekannte Kaffeekanne. Diese verschiedenen Bedeutungen über Mokka-Kaffee hinaus können leicht verwirren, daher klären wir Euch jetzt auf.

Mokka als eine Stadt

Die Entstehung des Mokka-Begriffs ist auf die Hafenstadt Mokka zurückzuführen. Mokka, oder auf Arabisch Al-Muchá, liegt im Südwesten von Jemen, auf der arabischen Halbinsel und war die wichtigste Anlaufstelle für Kaffee. Zuerst nur für die Lieferungen aus Äthiopien und später als Exporthafen, als man auch in Jemen Kaffee anbaute. Alle Kaffeebohnen, die den Hafen von Mokka verlassen haben, begoss man mit heißem Wasser, damit andere Länder diese nicht zur Kultivierung der Kaffeepflanze nutzen konnten. Auch wenn Mokka die Kaffeegeschichte nachhaltig geprägt hat, ist heute von der ehemaligen, erfolgreichen Handelsstadt wenig übrig. Mit der Besetzung im Jahr 1820 durch britische Soldaten, verlor Mokka an Bedeutung und zählt heute nur noch circa 15 Tausend Einwohner.

Mokka-Kaffee als Kaffeesorte

Die in Äthiopien kultivierten Kaffeebohnen werden auch als „äthiopischer Mokka“ bezeichnet. Mokka-Kaffee stellt eine Varietät der Arabica Bohne dar und ist so weit verbreitet, dass man sie oftmals als eigenständige Sorte betrachtet. Allerdings ist dies nur ein Wunsch und wurde nie weiter zur Realität. In Äthiopien ist und bleibt Mokka-Kaffee aber weiterhin sehr beliebt – man serviert ihn meist zur traditionellen Kaffeezeremonie. Typischerweise trinkt man den Mokka- Kaffee zusammen mit Popcorn oder kolo, die äthiopische Bezeichnung für geröstetes Getreide. Äthiopischer Mokka wird so zubereitet: Man röstet die Bohnen in einer Metallpfanne über glühender Kohle. Anschließend pulverisiert man die Bohnen mithilfe eines Holzmörsers. Mit heißem Wasser aufgegossen, gießt man das Kaffeepulver dann in die sogenannte Jebanna, eine Tonkanne. Den fertigen Mokka-Kaffee serviert man in Tassen ohne Henkel. In anderen Regionen kannst Du auch einen mit Kräutern versetzten Mokka-Kaffee finden.

Mokka als Kaffeeart

Zubereitung von Mokka Kaffee

Mokka-Kaffee ist nicht nur in Äthiopien oder Jemen beliebt, auch in vielen weiteren Regionen ist er mit den jeweiligen, typischen Zubereitungsarten weit verbreitet und prägt damit viele Kulturen. Ob türkischer, kurdischer, griechischer, arabischer oder balkanesischer Mokka – eines haben alle Zubereitungsarten gemeinsam: Man nutzt keinen Filter, jede Tasse beinhaltet klassischerweise viel Zucker und die größte Menge an Koffein pro Tasse im Vergleich zu anderen Kaffeearten. Alles in allem ist die Zubereitung des Mokkas die älteste und bekannteste.

Die Zubereitung des türkischen Mokkas basiert auf einem sehr alten Verfahren und wird auch als Auslagungsverfahren bezeichnet. Das Kaffee-Pulver wird dabei in einer Stielkanne mit Wasser aufgegossen, aufgekocht und anschließend meist mit viel Zucker gemischt. Der griechische Mokka gleicht dem türkischen, man trinkt ihn allerdings mit weniger Zucker.

Beim kurdischen Mokka nutzt man einen gehäuften Teelöffel frisch gemahlenes Kaffeepulver auf eine Tasse. Vor dem Aufkochen mischt man das Kaffeepulver mit Zucker – hier lautet das Motto mehr ist mehr. Die Mischung wird dann in die sogenannte cezve, eine langstielige Kaffeekanne, gegeben und mit heißem Wasser aufgegossen. Traditionell bringt man die cevze dann auf glühenden Kohlen zum Kochen gebracht, alternativ kann man aber auch die Herdplatte nutzen. Damit sich das Pulver optimal verteilt, sollte die Mischung ständig gerührt werden. Sobald der Kaffee fertig aufgekocht ist, bildet er auf der Oberfläche Bläschen und Schaum. Da bei dieser Zubereitungsart kein Filter genutzt wird, bleibt der Kaffeesatz unten in der Tasse – man trinkt den Mokka also nicht bis zum letzten Schluck.

Falls Du einmal eine der Regionen mit einem landestypischen Mokka bereist, solltest du diese Kaffeevariation unbedingt probieren!

Mokka als Kaffeekanne

Mokka Kanne

Weiterhin bezeichnet man mit Mokka auch eine Kanne aus Aliminium. Die bekannte Mokka-Kanne arbeitet mit einem Pressionsverfahren, das heißt, dass beim Erhitzen des Kaffees Dampfdruck entsteht. Vor allem die Italiener benutzen diese Kanne aufgrund der dort herrschenden Espresso-Kultur sehr oft.


Quellen

https://www.coffeecircle.com/de/b/kurdischer-kaffee
http://www.cremagazin.de/mokka-das-wohl-groste-miss%C2%ADver%C2%ADstand%C2%ADnis-der-kaffeewelt/