Arabica und Robusta – weltweit die zwei beliebtesten Kaffeesorten

Doch was macht die Kaffeebohnen aus und wie unterscheiden sie sich?

In der Welt des Kaffee sind mehr als 100 Bohnensorten bekannt. Alle fallen sie unter den Gattungsnamen Coffea. Die Arabica-Bohne ist unter Kaffeeliebhabern besonders bekannt und begehrt. Gemeinsam mit der Robusta, nehmen beide Kaffeesorten fast 98 Prozent der weltweiten Anbaufläche ein. Andere Kaffeebohnen wie zum Beispiel die Sorten Coffea Liberica und Coffea Excelsa sind mit nur einem Prozent des gehandelten Kaffeevolumens dagegen eher Exoten.

Herkunft

Sowohl die Arabica als auch die Robusta sind, die in Deutschland am häufigsten konsumierten und wirtschaftlich bedeutendsten Kaffeebohnen. Auf der gesamten Erde werden aber mehr als dreimal so viele Arabica- als Robusta-Bohnen angebaut.

Die Arabica wurde bereits im 9. Jahrhundert in Äthiopien entdeckt, Robusta erst viele Jahrhunderte danach in Uganda. Trotz der späteren Entdeckung wird geschätzt, dass die Robusta um die 100.000 Jahre und die Arabica 10.000 Jahre alt ist.

Die wichtigsten Anbauländer der Arabica-Bohne sind Brasilien, Kolumbien sowie Äthiopien. Das entspricht etwa 60 bis 70 Prozent des weltweiten Kaffeeanbaus. Die Robusta-Bohne wird vorrangig in Vietnam, Indien und Indonesien angebaut und nimmt in etwa 30 bis 40 Prozent des Kaffeeanbaus in Anspruch.

Anbaubedingungen

Die Arabica-Pflanze wächst in höher gelegenen Anbaugebieten bei 600 bis 2300 Meter. Hier beeinflusst die Höhenlage, wie schnell die Kirschen reifen. Je höher die Lage der Pflanze, umso langsamer wächst sie, wodurch sich komplexere und feinere Aromen herausbilden können. Die Arabica-Pflanze benötigt konstante Temperaturen von 15 bis 25 Grad und verträgt extreme Wetterverhältnisse nur sehr schlecht. Auch die direkte Sonneneinstrahlung schadet dem Wachstum der Kaffeekirschen.

Wie der Name bereits verrät, ist die Robusta-Pflanze wesentlich resistenter schwankenden Wetterverhältnissen gegenüber. Sie wächst auch bei übermäßiger Sonneneinstrahlung und übersteht Angriffe von Insekten. Die Pflanze blüht bei einer Temperatur von bis zu 36 Grad und gedeiht bereits bei 200 Meter Höhenlage. Zudem ist die Robusta wesentlich ertragreicher als die Arabica, da sie höher wächst und mehr Kaffeekirschen abwirft. Weitere Details zum Anbau erfährst Du unter Wertschöpfungskette.

Aussehen

Aussehen der Arabica-Bohne, Kaffeebohnen
Arabica-Bohne

Auf den ersten Blick sehen die Bohnen für Menschen, die sich eher weniger als aufrichtige Kaffeekenner bekennen, sehr ähnlich aus.

Aussehen der Robusta-Bohne, Kaffeebohnen
Robusta-Bohne

Die Unterschiede der beiden Bohnen zeigen sich aber schon in dem Wachstum der Pflanze. Die wild- wachsende Robusta-Pflanze kann bis zu 10 Meter hoch werden, die Arabica-Pflanze dagegen nur sechs bis acht Meter. Arabica Blätter laufen oval zu, Robusta Blätter sind dagegen rundlicher und kleiner.

Die Arabica Bohne hat eine eher ovale Form und einen schmalen s-förmigen Schnitt in der Mitte. Die Robusta ist dagegen eher rundlich mit einem geraden breiten mittleren Schnitt. Nichtdestotrotz kann das Aussehen der beiden Bohnen aber auch variieren.

Geschmack

Auf den kleineren Wuchs der Arabica-Pflanze verteilen sich doppelt so viele Chromosomen als bei der Robusta. Diese natürliche Komplexität erklärt, warum die Arabica-Bohne in der Lage ist eine vielfältigere Geschmacksvariation zu entwickeln. Hauptursache für den unterschiedlichen Geschmack der beiden Kaffeebohnen ist der Anbauort und die verschiedenen Bedingungen in den jeweiligen Ländern.

Generell gilt, dass die Arabica-Bohne bekömmlicher und nuancierter als die Robusta ist. Charakteristisch für die Arabica-Bohne ist ihr starker Duft, die helle, haselnussbraune Crema und ihre feinen fruchtigen sowie komplexen Geschmacksnoten. Sie ist zudem weniger bitter und enthält weniger Chlorogensäure, was sie magenverträglicher macht. Der Koffeeingehalt beträgt 1,1 – 1,7 Prozent.

Chlorogensäure ist ein Naturstoff, der in vielen Pflanzen vorkommt. Besonders bekannt ist sie als Inhaltsstoff in Kaffee.
Die Chlorogensäure im Kaffee wird oft als Ursache für Magenbeschwerden betrachtet.
Durch spezielle Röstverfahren lässt sich der Säureanteil in der Kaffeebohne aber reduzieren.

Robusta überzeugt mit einer länger haltbaren Crema aufgrund des höheren Ölanteils. Ihr Geschmack ist eher dunkel, schokoladig aber auch erdiger und bitterer. Traditionelle italienische Espressomischungen haben meist einen Robusta Anteil von 50 Prozent. Grund ist die Karamellnote, die durch das Hinzufügen von Zucker entsteht. Mit einem Koffeeinanteil von 2 bis 4,5 Prozent ist die Robusta-Kaffeebohne deutlich koffeinhaltiger und somit ein besserer Wachmacher für Morgenmuffel.


Quellen

https://www.coffeecircle.com/de/b/arabica-robusta-unterschied
https://www.kaffeezentrale.de/arabica-und-robusta