Klassische Kaffeearten einfach erklärt

Erhalte einen besseren Überblick auf der Getränkekarte

Kennst Du das? Du liest die Getränkekarte auf der Suche nach deinem Wunsch-Kaffeegetränk und weißt gar nicht genau, welche Bezeichnung für welche Zubereitungsart steht? Über die bekannten Klassiker wie Espresso, Cappuccino und Latte macchiato hinaus gibt es noch viele weitere Kaffeearten. Nur ist uns nicht immer ganz klar, wo genau die Unterschiede stecken. Denn selbst kleine Abweichungen haben Einfluss auf das Aroma und den Geschmack unserer Lieblingsgetränke. Damit Du ab sofort den perfekten Überblick hast und keine (bösen) Überraschungen mehr bekommst – hier sind die häufigsten Kaffeearten und die jeweiligen Zubereitungen einfach erklärt:


Filterkaffee

Filterkaffee, Kaffeearten

Klingt nach einer langweiligen Zubereitungsart? Ist es aber nicht! Auch wenn dieser Klassiker (noch) nicht in typischen Cafés zu finden ist, sollte er vor allem für den Genuss zu Hause nicht unterschätzt werden. Selbst bei den Baristas ist der Filterkaffee wieder voll im Trend. Für die einfache Zubereitung brauchst Du nur einen Filter aus Kunststoff oder Porzellan sowie Filterpapier. Dabei solltest Du das Filterpapier vor der Verwendung leicht anfeuchten. Dadurch kann sich das Aroma der Kaffeebohnen optimal entfalten. Anschließend kannst Du das (am besten frisch) gemahlene Kaffeepulver in den Filter geben. Als Faustregel gelten hier ein bis zwei Teelöffel Pulver pro Tasse. Gieße im letzten Schritt heißes Wasser kreisend auf das Kaffeepulver. Das Wasser sollte nicht kochen, da sonst mehr Bitterstoffe in Deiner Tasse enthalten sind. Nachdem das Wasser komplett durchgelaufen ist, kannst Du Deinen Filterkaffee genießen.


Espresso

Espresso, Kaffeearten

Espresso ist eines der beliebtesten Heißgetränke in Deutschland und eine echte klassische Kaffeeart. Seine Geschichte geht auf das Jahr 1900 zurück: Diese Kaffeevariante wurde in Mailand erfunden und hat sich seitdem von Italien aus auf der ganzen Welt etabliert. Für diese Zubereitungsart ist ein hoher Druck essenziell – erst dadurch entsteht die charakteristische, nussbraune Schaumschicht, auch „Crema“ genannt, des Espressos. Für dieses Kaffeegetränk benötigst Du typischerweise dunkel geröstete Bohnen. Wenn Du auf unserer Seite Gesundheit aufgepasst hast, dann weißt Du, dass in den Espressobohnen weniger Koffein enthalten ist. Beim Espresso ist das Koffein aber durch die kleinere Wassermenge deutlich höher konzentriert als beispielsweise bei Filterkaffee.

Was brauch man also für einen perfekten Espresso? Es empfiehlt sich, die Kaffeebohnen mit einem kleinen Mahlgrad fein zu mahlen. Üblicherweise nutzt man sieben bis neun Gramm Kaffeepulver pro Tasse – wenn Du Deinen Kaffee aber am liebsten sehr stark trinkst, kannst Du bis zu 16 Gramm benutzen. Dann wird zum Beispiel mithilfe einer Espressomaschine heißes Wasser mit hohem Druck durch das zuvor gemahlene Pulver gepresst. Die optimale Brühzeit beträgt hier 25 bis 30 Sekunden – und fertig ist Dein Espresso. Da Espresso eines der meist verzehrtesten Kaffeearten ist, haben sich zwischenzeitlich mehrere Variationen entwickelt:

Espressovariationen

  • Caffè Doppio: Bei einem Caffè Doppio handelt es sich um einen doppelten Espresso.
  • Espresso macchiato: Beim Espresso macchiato handelt es sich um einen Espresso mit Milchschaum. In der Regel nutzt man für die Zubereitung 20 Milliliter Espresso und zehn Milliliter Milch – also im Verhältnis zwei zu eins.
  • Caffè Ristretto: Ein Caffè Ristretto wird nur mit der halben Menge Wasser gebrüht und ist daher ein konzentrierter Espresso.
  • Caffè Lungo: Im Gegensatz dazu wird beim Caffè Lungo mehr Wasser genutzt, es handelt sich hierbei also um einen verlängerten Espresso.
  • Espresso con Panna: Ein Espresso con Panna ist ein Espresso mit Schlagsahne.
  • Caffè Corretto: Ein Caffè Corretto ist ein Espresso mit einem Schuss hochprozentigem Alkohol – meistens Grappa.
  • Caffè Cortado: Ein Caffè Cortado ist vor allem in Italien zu finden. Hier wird ein Espresso mit einer geringfügigen Menge heißer Milch serviert – alternativ kann anstelle des Espressos auch ein kleiner Kaffee verwendet werden.

Caffé Americano

Americano, Kaffeearten

Caffè Americano ist eine beliebte Kaffee-Spezialität. Jedoch wissen nur die wenigsten, was genau dahintersteckt. Die Geschichte hinter dem Caffè Americano ist relativ banal – diese Zubereitungsart entstand, als amerikanische Soldaten während des Zweiten Weltkrieges in Italien stationiert waren. Der typisch italienische Espresso war den Amerikanern viel zu stark, weshalb sie ihn nach dem Servieren mit Wasser verlängerten. So konnten sie den charakteristischen Geschmack des Espressos, nur weniger kräftig, erhalten. Der Name „Americano“ wurde erst später in den 1970er Jahren bekannt und verbreitete sich dann auf der ganzen Welt, heute steht er in den meisten Cafés auf der Getränkekarte.

Der Caffè Americano ist nicht mit dem Caffè Lungo zu verwechseln: Beim Caffè Lungo wird die doppelte Menge an Wasser bereits beim Brühvorgang benutzt, beim Caffè Americano wird das Wasser erst nach der Zubereitung zugegeben. Das heißt, dass die Zubereitung des Americanos mit dem des Espressos übereinstimmt. Aufgrund der höheren Menge wird der Caffè Lungo in einer größeren Tasse als der Espresso serviert.


Café Crème

Café Crème, Zubereitunsgarten

Auf den ersten Blick sehen ein Café Crème und ein Caffè Americano gleich aus, der Unterschied dieser beiden klassischen Kaffeearten steckt jedoch wieder in der Zubereitung und im Geschmack. Für einen Café Crème werden ebenfalls typischerweise Espresso-Röstungen genutzt und die Crema entsteht wie beim Espresso durch die Druckkraft beim Brühvorgang. Für diese Zubereitungsart wird aber viermal so viel Wasser wie beim Espresso genutzt – circa 120 Milliliter. Die Brühzeit ist gleich wie beim Espresso, circa 25 bis 30 Sekunden. Das funktioniert trotz der größeren Wassermenge, da das Pulver gröber gemahlen wird. Ein weiterer Unterschied: Ein Café Crème könnte zwar in einer Espressomaschine zubereitet werden, in der Regel nutzt man aber einen Vollautomaten.


Latte macchiato

Latte Macchiato, Kaffeearten

Das Kaffeegetränk Latte macchiato ist seit den 90er Jahren in Deutschland verbreitet und hat sich seitdem als Modegetränk etabliert. Der Name kommt aus dem Italienischen und bedeutet „gefleckte Milch“. Das begründet sich in dem klassischen Aussehen des Latte macchiatos: Durch den enthaltenen Espresso, die Milch und den Milchschaum, entstehen verschiedene Schichten. Der Latte macchiato wird typischerweise in einem hohen Glas serviert und hebt sich vor allem durch den hohen Milchgehalt ab, was den Kaffeegehalt und -geschmack reduziert. Die Italiener geben das Kaffeegetränk daher bereits ihren Kindern, damit sich diese schnell an die italienische Kaffeekultur gewöhnen.

Für die Zubereitung eines Latte macchiatos benötigst Du 25 bis 30 Milliliter Espresso und 120 bis 200 Milliliter Milch. Die Milch muss bei ungefähr 60 bis 70 Grad Celsius aufgeschäumt werden, dabei ist eine hohe Temperatur ausschlaggebend für die Festigkeit des Schaums. Die aufgeschäumte Milch wird dann in das Glas gegeben – zuerst der flüssigere Teil und obendrauf den festeren Milchschaum. Anschließend den Espresso möglichst an einer Stelle langsam durch den Milchschaum gießen. Durch die höhere Temperatur und Dichte setzt sich der Espresso in der Mitte ab.


Cappuccino

Cappuccino

Cappuccino ist ebenfalls eine der beliebtesten Kaffeearten und kommt anders als die restlichen Kaffeespezialitäten aus Österreich. So entstand das Kultgetränk: Früher servierten Wiener Kaffeehäuser den Mokka-Kaffee üblicherweise mit Schlagsahne. Die Ordenstracht der Kapuziner Mönche erinnerte dabei farblich an die hellbraune Sahnehaube, weshalb man ihn Cappuccino nannte – abgeleitet von „cappuccio“, dem italienischen Begriff für Kapuze. Durch den Ersten Weltkrieg brachten Soldaten den Cappuccino nach Italien. Die dort herrschende Espresso-Kultur wandelte dann die ursprüngliche Zubereitungsart ab. So kam es zu dem heute verbreitenden Cappuccino mit Espresso und aufgeschäumter Milch im Verhältnis eins zu zwei. Cappuccino wird in einer großen, bauchigen Tasse serviert. So geht die Zubereitung: 30 Milliliter Espresso in die Tasse geben, danach 60 Milliliter aufgeschäumte Milch – zuerst den flüssigeren Teil und mit der festen Schaumkrone abschließen – fertig!


Flat White

Flat White, Kaffeegetränke

Die Kaffeevariation Flat White ist ein relativ neues Trendgetränk aus Australien. Seit seiner Verbreitung ist der Flat White aus den Cafés nicht mehr wegzudenken – viele verwechseln diese Zubereitungsart allerdings mit dem Cappuccino. Der Cappuccino ist durchaus das Vorbild des Flat White, dennoch gibt es einige Unterschiede.

Im Prinzip haben Engländer und Italiener, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Australien ausgewandert sind, den Flat White nach Australien gebracht. Diese verbreiteten die Kaffee- und Teekultur in Australien, woraufhin viele kleine Cafés mit Spezialitäten entstanden. Die englischen Auswanderer waren allerdings mehr mit der Zubereitung von Tee, als mit der von Cappuccino vertraut. Aus diesem Grund entstand, bei dem Versuch einen Cappuccino zuzubereiten, der Flat White. Die Zutaten und die Größe der Tasse sind die einzigen Gemeinsamkeiten des Flat Whites und des Cappuccinos. Der Flat White basiert auf einem doppelten Espresso und hat daher ein intensiveres Kaffee-Aroma. Bei der Zubereitung des Milchschaums wird weniger Luft zugefügt, sodass er eher flüssig und sehr fein ist. Die Schaumschicht des Flat Whites ist dadurch deutlich dünner und schließt im Gegensatz zum Cappuccino mit dem Tassenrand ab. Diese Tatsache gibt dieser Spezialität auch seinen Namen.


Milchkaffee

Milchkaffee, Zubereitungsarten

Eine weitere Kaffeevariation mit Milch ist der Milchkaffee. Er besteht zur Hälfte aus Milch und zur anderen aus Kaffee. In Portugal heißt der Milchkaffee übrigens Galaó und in Österreich Melange. In Italien wird der Milchkaffee (caffè latte) mit Espresso und in Frankreich (Café au Lait) mit einem doppelten Espresso zubereitet.


Mocha

Mocha, Kaffearten

In den meisten Cafés ist ein Mocha ein Cappuccino, der mit Schokoladensoße und Schlagsahne ergänzt wird. Das macht ihn gerade für die Süß- Liebhaber unter uns zur perfekten Kaffeevariation. Häufig wird das Trendgetränk auch als Mochaccino bezeichnet oder als White Chocolate Mocha angeboten. Bei der Zubereitungsart Mocha handelt es sich jedoch keinesfalls um die gleich klingende Bezeichnung „Mokka“. Mokka hat weitere, wichtige Bedeutungen für die Kaffeewelt.


Marocchino

Marocchino, Kaffeearten

Der Marocchino ist eine Kaffee-Spezialität aus der italienischen Stadt Alessandria und ähnelt sowohl dem Cappuccino, als auch dem Moccha/Mocchacino. Der Marocchino wird in der Regel aus einem kleinen Glas getrunken, das nach oben hin breiter wird. Die Zutaten des Marocchinos sind klassischerweise Espresso und Milchschaum sowie geschmolzene Schokolade und Kakaopulver obendrauf. Ein weiterer Tipp für die Schokoladen-Junkies: Oft wird das Glas von innen mit Schokoladen-Creme bestrichen.


Café Frappé

Café Frappé, Zubereitungsarten

Ein Café Frappé ist im Gegensatz zu den anderen Kaffeearten kein Heiß- sondern ein Kaltgetränk. Dieser wurde 1957 in Griechenland durch Zufall erfunden: Die dort lebenden Menschen tranken viel Instantkaffee, der mit heißem Wasser zubereitet wird. Auf einer Messe hatte Dimitros Vakondios allerdings ein Problem – es gab kein heißes Wasser. So vermengte er den Instantkaffee mit kaltem Wasser und Zucker und mischte dies in einem Shaker. Ihm und seinen Kollegen schmeckte diese Kaffeevariation so gut, dass sie ihn verbreiteten und er zu einem der beliebtesten Kaltgetränke in Griechenland wurde.

Ein Café Frappé wird klassischerweise mit Instantkaffee und Eiswürfeln in einem Shaker zubereitet – daher übrigens auch der Name. „Frapper“ kommt aus dem französischen und bedeutet „schütteln“. Oft findet man einen Café Frappé gemischt mit Zucker, Milch, kaltem Wasser, Sahne oder Speiseeis. In Amerika wurde Café Frappé dann zu einem Frappuccino umgewandelt und mit Filter- statt Instantkaffee und zusätzlicher Sahne sowie Geschmackssirup nach Wunsch verfeinert. Serviert wird ein typischer Frappé immer in einem hohen Glas, meistens mit einem Strohhalm und ist an heißen Sommertagen eine gute Erfrischung.

Was sind deine liebsten Kaffeearten?

Jetzt hast Du ab sofort immer den perfekten Überblick über alle Kaffeearten. Was ist dein Lieblings-Kaffeegetränk? Wenn Du noch weitere Zubereitungsarten kennenlernen möchtest, checke unsere Rezepte.


Quellen

https://www.coffeecircle.com/de/b/flat-white
https://www.roastmarket.de/magazin/caffe-americano
https://www.coffeecircle.com/de/b/kurdischer-kaffee
http://www.cremagazin.de/mokka-das-wohl-groste-miss%C2%ADver%C2%ADstand%C2%ADnis-der-kaffeewelt/
https://www.coffeecircle.com/de/b/cappuccino-zubereitung
https://www.roastmarket.de/magazin/der-espresso-und-seine-varianten-echte-verwandlungskuenstler-mit-viel-geschmack/
https://www.roastmarket.de/magazin/espresso-zubereitung-und-wissenswertes/
https://www.roastmarket.de/magazin/marocchino-rezept-und-zubereitung-espresso/
https://www.roastmarket.de/magazin/zubereitung-rezept-white-chocolate-mocha/
https://www.roastmarket.de/magazin/cafe-frappe-zubereitung-rezept-und-wissenswertes/
https://www.roastmarket.de/magazin/filterkaffee-feiert-sein-comeback/
https://earlybird-coffee.de/blogs/earlybird-blog/cappuccino-flat-white-ubersicht-kaffeespezialitaten-mit-milch