Was zeichnet Bio-Kaffee aus?

Bio-Kaffee hat sich zu einer gefragten Alternative entwickelt – auch wenn der Kaffee zumeist teurer ist, bezahlen viele Leute diesen Aufpreis gerne, um Ihren Kaffee umweltbewusst zu genießen. Umfragen zufolge sind 37 Prozent der Deutschen bereit, 1,98€ mehr für Bio-Kaffee auszugeben. Aber welche Aspekte machen einen Kaffee eigentlich zu einem Bio-Kaffee? Und ab wann darf sich ein Produkt offiziell „Bio“ nennen? Wir geben euch einen Überblick über alle Vorteile und zeigen auf, welche Voraussetzungen Kaffee für ein Bio-Siegel erfüllen muss.

Besondere Eigenschaften von Bio-Kaffee

Das Hauptziel eines biologisch produzierten Kaffees ist ein nachhaltiger, natürlicher und ressourcenschonender Herstellungsprozess. Dieser zeichnet sich aus durch:

  • Umweltschonende Anbaumethoden: Durch eine nachhaltige Landwirtschaft bleibt der Boden auch nach der Ernte weiterhin fruchtbar.
  • Nutzung von Schattenbäumen: Durch Schattenbäume werden die Kaffeepflanzen natürlich vor Regen, Sonne und Wind geschützt. Darüber hinaus wird die Ernte ertragreicher und es ist weniger Bewässerung notwendig. Häufig kommen hier Bananen- oder Kokospalmen zum Einsatz.
  • Pflanzung von Mischkulturen: Um die Artenvielfalt zu unterstützen, werden bei ökologisch produziertem Kaffee Pflanzen unterschiedlicher Art eingesetzt. Das sorgt für eine bessere Bodenbeschaffenheit, welcher unter anderem große Mengen Wasser speichern kann.
  • Anbau durch Kleinbauern: Bio-Kaffee wird zum Großteil auf kleinen Plantagen kultiviert. Dies führt zu einer Stärkung kleinerer Betriebe.
  • Ernte und Aufbereitung von Hand: Diese zeitintensive und schonende Methode führt zu einer sehr hohen Qualität – alle faulen Früchte werden aussortiert und gelangen daher nicht in das fertige Produkt.
  • Ohne chemische Dünger und Gentechnik: Beim Anbau von Bio-Kaffee sind chemischen Hilfsmittel verboten, die Herstellung bedient sich ausschließlich natürlicher Quellen.
  • Schonende Röstung: Bio-Kaffee röstet man meist bei niedrigeren Temperaturen über einen längeren Zeitraum. Dies führt zu einem milderen Aroma.

Bio-Siegel: Was ist beim Kauf zu beachten?

Beim Kauf von Bio-Kaffee solltet Ihr auf offizielle Bio-Siegel oder Logos achten – primär auf das EU Bio-Logo, welches in Deutschland häufig zusammen mit dem deutschen Bio-Siegel genutzt wird. Bei Produkten mit inoffiziellem Siegel oder Kennzeichnungen sind die Vorgaben sehr unterschiedlich. Teilweise suggerieren sie zwar eine umweltschonende Landwirtschaft, müssen aber keine oder nur geringe Anforderungen erfüllen.

Bio-Siegel, Bio-Kaffee

Das deutsche Bio-Siegel kann für Produkte, welche nach den Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau der EU zertifiziert worden sind, freiwillig und ergänzend zu dem EU-Bio-Logo verwendet werden – allerdings nicht allein stehend. Die Nutzung des deutschen Bio-Siegels ist kostenlos, eine Anmeldung bei der Informationsstelle des Bio-Siegels muss aber zuvor erfolgen.

EU-Bio-Logo, Bio-Kaffee

Produkte mit dem offiziellen EU-Bio-Logo müssen alle EG-Rechtsvorschriften erfüllen und tragen das offizielle Logo auf der Verpackung. Alle Produkte werden unter anderem im Hinblick auf die folgenden Anforderungen genau kontrolliert:

  • Verbot von synthetischen Düngern oder Schutzmitteln
  • Ohne Nutzung von Gentechnik
  • Nachhaltige Landwirtschaft

Bei Produkten, die das EU-Bio-Logo tragen, müssen mindestens 95 Prozent der Bestandteile aus Bio-Herstellung stammen.

Bio-Kennzeichnung deutscher Anbauverbände

Einige deutsche Bioverbände haben über die staatlichen Standards hinaus eigene Vorgaben für Produkte entwickelt, die das jeweilige Logo tragen möchten. Zu den Anbauverbänden mit hohen Kriterien zählen beispielsweise “Biopark”, “Bioland”, “Naturland” oder “demeter”. Vorgaben sind unter anderem, dass der komplette Betrieb umweltschonend agieren muss und nicht nur einzelne Betriebszweige, wie zum Beispiel eine artgerechte Tierhaltung. Bei Letzterem ist ebenfalls eine kleinere Anzahl Tiere pro Hektar erlaubt als bei den Verordnungen des EU Bio-Logos. Zusätzlich gibt es verschärfte Kriterien bei den Futtermitteln. Die deutschen Bioverbände verbieten konventionelle Futtermittel, beziehungsweise erlauben die Zufütterung dieser nur in einer sehr geringen Menge.

Ist Bio immer gleich Fairtrade?

Nein – Produkte mit einem Bio-Siegel müssen nicht zwingend auch fair produziert sein. Ein Produkt kann aber beide Zertifizierungen erfüllen. Während man bei „Bio“ auf eine ökologische Produktion setzt, fokussiert sich „Fairtrade“ auf die Optimierung von ökonomischen und sozialen Bedingungen im Herstellerland. Auf unserer Seite zu Fairtrade-Kaffee erfährst Du alles Wichtige zu dieser Initiative.


Quellen

https://www.real.de/kaffeewissen/bio-kaffee/
https://www.kaffeeverband.de/de/kaffeewissen/nachhaltigkeit

https://www.oekolandbau.de/bio-siegel/