Überraschende und kuriose Kaffee-Fakten

Du wusstest vorher nicht, dass Kaffee eine Kirsche ist, und hältst das bereits für ungewöhnlich? Dann werden Dich die folgenden kuriosen Fakten wahrscheinlich überraschen und zum Lächeln bringen – die Kaffeewelt hat nämliche einige verrückte Geschichten zu bieten. Sei gespannt!

#1 Kopi Luwak

Kopi Luwak gehört zu den teuersten Kaffeebohnen der Welt. Der besondere Kaffee kommt aus Indonesien und wird auch als „Katzenkaffee“ bezeichnet. Seinen Namen hat der Kaffee von der „Musang Luwak“, einer Schleichkatze, die die Kaffeebohnen unverdaut wieder ausscheidet. „Kopi“ heißt auf Indonesisch Kaffee.

Die Musangkatzen mögen Kaffeekirschen sehr gerne, können jedoch nur das Fruchtfleisch verdauen. Die übrig gebliebenen Kaffeebohnen fermentieren dann im Darm durch Enzyme. Dadurch verlieren die Bohnen jegliche Bitterstoffe und es entsteht ein dunkles, volles Aroma.

Das Fermentieren ist eine der ältesten Methoden zur Haltbarmachung und Veränderung des Geschmacks von Lebensmitteln.
Sauerkraut ist ein typisches fermentiertes Lebensmittel.

Jährlich werden nur 230 bis 450 Kilogramm dieser Kaffeesorte produziert. In Japan zum Beispiel zahlen Kaffeeliebhaber bis zu 1000€ für einen Kilogramm Kopi Luwak. Leider schwingen bei dieser besonderen Herstellungsweise auch negative Folgen für die Katzen mit. Aufgrund der hohen Beliebtheit wächst auch die Nachfrage nach dem Kaffee. Die Folge: Die ursprünglich frei lebenden Tiere, von denen man nur die Exkremente einsammelte, enden vermehrt in einer Massentierhaltung. Nicht nur die mangelnde Bewegungsfreiheit, sondern auch die mangelnde Ernährung stellen eine große Qual für die Schleichkatzen dar.

Kurzfilm zur Produktion von Kopi Luwak auf Sumatra:

#2 Black Ivory Coffee – weitere kuriose Fakten aus der Welt der Kaffeebohnen

Noch kurioser als Kopi Luwak geht nicht? Doch! Black Ivory Coffee aus Thailand wird vergleichbar hergestellt, jedoch verdauen hier Elefanten statt Katzen den Kaffee. Die Auffangstation „Golden Triangle Asian Elephant Foundation“ beherbergt circa 30 Elefanten. Das Besondere: Im Futter der Elefanten sind Kaffeekirschen untergemischt. Die Mahuts, so heißen die Führer von Arbeitselefanten in Thailand, müssen dann die unverdauten Kaffeebohnen heraussuchen. Man braucht ungefähr 30 Kilogramm Kaffeekirschen, um ein Kilogramm der Bohnen zu produzieren. Jährlich stellt man daher nur 70 Kilogramm Black Ivory Coffee her. Deswegen und weil der Kaffee nicht im Handel erhältlich ist, gilt er als der exklusivste Kaffee der Welt. Man kann den Kaffee ausschließlich in einer der fünf Anantara-Hotels auf den Malediven oder in Thailand trinken – das allerdings für einen stolzen Preis von 40€ pro Tasse.

Im Gegensatz zum Kopi Luwak ist die Herstellung des Black Ivory Coffees deutlich tierfreundlicher. In der Auffangsstation gibt man den Elefanten ein sicheres Zuhause. Darüber hinaus werden acht Prozent des Gewinns an das „Anantara Golden Triangle Elephant Camp” gespendet, welches wiederum für Nahrung und tierärztliche Unterstützung verantwortlich ist.

#3 Ninety Plus Kaffee – Der Kaffee mit dem Weltrekordpreis

Mit Kopi Luwak und Black Ivory Coffee sind bereits die beinah teuersten und exklusivsten Kaffeebohnen genannt. Ein Kaffee bricht jedoch alle Rekorde: der Kaffee von Ninety Plus aus Panama. Mitte September 2019 wurde ein Kilogramm der Kaffeesorte Gesha für knapp umgerechnet 9030 Euro verkauft – der neue Weltrekord. Auf der Ninety Plus-eigenen Kaffeefarmen baut man unter experimentellen Bedingungen Kaffee in höchster Qualität an. Das Herstellerverfahren wird dauerhaft optimiert und analysiert, mit der Intention Kaffeeanbau nachhaltig zu verbessern. Das ganze geschieht mit Erfolg: Die Kaffeesorten von Ninety Plus haben bereits mehrere Meisterschaften des „World Brewers Cup“ gewonnen.

#4 Durch Kaffee wurde die Webcam erfunden

Kuriose Fakten zu bekannten Problem aus dem Alltag – ob Büro oder Autos, die Kaffeewelt hat beides zu bieten. Im Büro teilen sich mehrere Kollegen eine Kaffeekanne und ständig ist der Kaffee leer. Gerade dann ärgerlich, wenn man einen weiten Weg hat. Genau mit diesem Dilemma war 1991 eine Forschergruppe in Cambridge konfrontiert. Daraufhin hatte der Computerwissenschaftler Quentin Stafford-Fraser eine Idee: Er richtete eine, an einen Computer angeschlossene, Kamera auf die Kaffeekanne und entwickelte eine Software. Diese Software ermöglichte nun die Anzeige der Kaffeekanne auf den Monitoren der gesamten Abteilung angezeigt – so konnte die leere Kaffeekanne keinen Kollegen mehr überraschen, geschweige denn enttäuschen. Sobald Webbrowser Bilder anzeigen konnten, wurde die Software darauf angepasst und das Kamerabild konnte auf einer Webseite angezeigt werden. So konnte nicht nur die Forschergruppe darauf zugreifen, sondern die ganze Welt konnte die Kaffeekanne sehen – die Geburtsstunde der Webcam.

#5 Kaffee als Alternative zu Benzin oder Diesel – kuriose Fakten aus dem Alltag

In der britischen TV-Serie „Bang goes the theory“ werden physikalische Experimente durchgeführt und erklärt. Eines dieser Experimente war das „Car-puccino“ – ein umgebautes Auto, das durch Kaffeepellets angetrieben wird. Wie das funktioniert? Im Heck des Autos baute man einen Kohleofen ein, der die Pellets auf 700 Grad erhitzt. Bei diesem Vorgang entstehen die brennbaren Gase Kohlenmonoxid und Wasserstoff, welche gefiltert den Motor antreiben sollten.

Um die Fahrtüchtigkeit zu testen, fuhr das Team eine Strecke von London nach Manchester, die ungefähr 340 Kilometer lang ist. Trotz einer Maximalgeschwindigkeit von 80 km/h brauchten sie für diese Strecke 17 Stunden. Der Grund dafür waren einige nötige Kaffeepausen: Das „Bang goes the Theory“-Team musste die Filter jede halbe Stunde säubern und alle 100 Kilometer die Pellets nachfüllen. Neben dem nicht ganz so praktikablen Aufwand wurde dann festgestellt, dass der Kraftstoffverbrauch oder besser gesagt der Kaffeeverbrauch des „Car-Puccinos“ so hoch ist, dass es circa 25 bis 50-mal höhere Kosten als ein normales Auto verursacht.

#6 Kaffee als Todesstrafe?

Alte Kaffeemühlen, Kuriose Fakten

Im Jahr 1746 gab es in Schweden eine Verordnung gegen das Kaffeetrinken – dies wirkte sich zuerst in Form von hohen Steuern aus, bis Kaffee vollständig verboten wurde. König Karl Gustav III sah in Kaffee sogar eine Lebensbedrohung und wollte dies in einem Experiment beweisen. Dazu wurde zwei Gefangenen anstelle der Todesstrafe eine lebenslängliche Haft angeboten, sofern diese an dem Experiment teilnahmen. Unter Beobachtung von zwei Ärzten wurde einer der beiden gezwungen drei Kannen Kaffee täglich zu trinken und der andere drei Kannen Tee. Leider konnten weder der König noch die Ärzte das Ergebnis des Experiments erleben – der König wurde zuvor ermordet und die Ärzte starben. Am Ende lebte der Kaffeetrinker am längsten der fünf Beteiligten.



#7 Kaffee kann dein Leben verlängern

Ist Kaffee also tatsächlich ein Lebenselixier? Das könnte, wie Wissenschaftler herausgefunden haben, funktionieren. Denn Kaffee hat aufgrund seiner chemischen Inhaltsstoffe gesundheitsfördernde Wirkungen. Forscher der Harvard-Universität gehen noch einen Schritt weiter und sagen, dass die Kaffeebohne das Leben der Menschen verlängern kann. Das liegt über dem verringerten Risiko für Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen hinaus, auch an dem Schutz vor neurologischen Beschwerden. Was zeigen diese kuriose Fakten? Trinke Kaffee und lebe länger… aber nicht zu viel!

#8 Zu viel Kaffee kann lebensbedrohlich sein

Auch wenn kuriose Fakten die positiven Effekte von Kaffee belegen – hast du gewusst, dass Kaffee tatsächlich Menschen töten kann? Das ist nämlich nicht nur eine kuriose Geschichte aus der Kaffeewelt, sondern ein Fakt. Wir alle wissen, es gibt immer zu viel des Guten – das gilt auch für das Kaffeetrinken. Denn Koffein ist eine psychoaktive Substanz und kann bei einem Überkonsum beispielsweise zu Halluzinationen führen. 70 Tassen Kaffee enthalten so viel Koffein, dass ein 70 Kilo schwerer Mensch davon sterben kann. Auch wenn diese 14 Liter Kaffee nur mühevoll zu erreichen sind, können auch kleinere Dosen bereits gefährlich sein. Ein Beispiel für einen bekannten Rekord-Kaffeetrinker: Teddy Roosevelt, der 26. Präsident der USA und erster amerikanischer Friedensnobelpreisträger war bekanntlicher Kaffeeliebhaber und trank täglich beinahe vier Liter Kaffee. Diese Masse an Konsum bleibt besser eine Ausnahme!

#9 Kaffee wurde bereits mehrfach verboten

Nicht immer war Kaffee ein so beliebtes Getränk wie heute – in der Vergangenheit war Kaffee wiederholt über längere Zeit in verschiedenen Kulturen und Ländern verboten. So wurde im 16. Jahrhundert das Kaffeetrinken von italienischen Gläubigen als „unchristlich“ bezeichnet. Allen Christen riet man damit, Kaffee, das Getränk des Teufels, nicht zu trinken. Dieses Verbot galt bis zum Jahr 1600 – denn der damals amtierende Papst Clemens VIII liebte Kaffee und hob das Verbot wieder auf.

Auch die Kaffeehäuser standen oftmals in der Kritik und wurden verboten. In Mekka schloss man alle Kaffeehäuser ab dem Jahr 1511 über 30 Jahre lang. Auch in England versuchte König Charles II im Jahr 1675 Kaffeehäuser zu verbieten – allerdings stieß er bei der Bevölkerung damit auf so großen Widerstand, sodass er das Verbot nicht durchsetzen konnte. Zwei Jahre später wurde der Kaffee-Export dann doch durch den preußischen König Friedrich der Große verboten und das startete staatliche Propagandaaktionen gegen Kaffee. Auch im Saarland galt jahrelang dieses Kaffeeverbot – aus welchen Gründen und was „Kaffeeschnüffler“ damit zu tun haben, erfährst du auf der Seite Kaffeegeschichte im Saarland.

Trotz allem prägten die Kaffeehäuser die Geschichte des 17. Und 18. Jahrhunderts: Sie waren der kulturelle Treffpunkt für die intellektuelle Gesellschaft und in London Schreibstätte für Zeitungsredakteure. Unter anderem schrieb Johann Sebastian Bach in einem Leipziger Kaffeehaus zwischen 1732 und 1734 an seiner „Kaffeekantate“ – ein satirisches Stück über die Sucht nach Kaffee. Aus diesen Gründen nannte man Kaffeehäuser früher auch „Penny Universities“ – denn dort gab es für einen Penny einen Kaffee und spannende Gespräche.

Das erste Kaffeehaus in Deutschland eröffnete 1673 in Bremen.

#10 Kaffeetrinken schützt vor Vergesslichkeit

Kaffeetrinken, Kuriose Fakten

Dass dieser Fakt wahr ist, haben Forscher mittlerweile bestätigt. Denn: Koffein wirkt in der gleichen Gehirnregion, die bei Alzheimer-Patienten betroffen ist. Das Ergebnis mehrerer Langzeitstudien bestätigt dieses Ergebnis ebenfalls. Untersuchte, die täglich drei Tassen Kaffee trinken, haben ein geringeres Risiko an Demenz oder Alzheimer zu erkranken. Koffein könnte also tatsächlich als Medikament und Vorsorge gegen Gedächtnisverlust wirken. Also: Ran an die Kaffeetassen!



#11 Kaffee als Schönheitsgeheimnis

Ein bekannter Mythos: Kalter Kaffee macht schön – Aber stimmt das wirklich? Ja! Koffein kann laut Forschern tatsächlich zu mehr Schönheit führen. Koffein stimuliert die Haut, öffnete die Gefäße und fördert dadurch die Durchblutung. Deshalb ist Koffein ein beliebter Zusatzstoff in Kosmetikprodukten, die beispielsweise Cellulite lindern. Auch in Shampoos ist oft Koffein enthalten, da der Wirkstoff Haarausfall verringern soll.

Wenn Du von den kuriosen Geschichten aus der Kaffeewelt zum Thema Gesundheit noch nicht genug hast – wir haben ein paar Gesundheitsmythen aufgeklärt. Unter Gesundheit erfährst Du wichtige Fakten über die Wirkung von Koffein und ob Kaffee wirklich gesund ist.


Quellen

https://www.kaffee-partner.de/de/magazin/lesen/die-top-10-der-interessantesten-fakten-ueber-kaffee.html
https://www.roastmarket.de/magazin/10-fun-facts-ueber-kaffee/
https://www.coffeecircle.com/de/b/kopi-luwak
https://www.presseportal.de/pm/136193/4376678