Die dritte Kaffeewelle – Die neue Art Kaffee zu genießen

Kaffee – für die meisten Menschen ist er immer und überall zugänglich und oft auch noch zu günstigen Preisen. Die dritte Kaffeewelle, die im Englischen auch „the third wave of coffee“ genannt wird, ist eine Bewegung, die neue Wege vorgibt, um Kaffee zu genießen. Innerhalb dieser Bewegung ist Kaffee nicht mehr reines Mittel zum Zweck, stattdessen geht es um hochqualitativen Kaffeegenuss entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

„The third wave appreciates each coffee for what it truly is and takes whatever necessary steps to
highlight the amazing, unique character in every coffee.“

Nicholas Cho, Wrecking Ball Coffee
Roasters, San Francisco

An dieser Stelle gibt es einen kleinen Exkurs in die ersten beiden Kaffeewellen.

Die erste Welle: Kaffee wird zum Massenprodukt

Die erste Welle begann kurz vor dem Zweiten Weltkrieg und endete in den 1960er Jahren. Vor dieser Zeit galt Kaffee als sehr teures und besonderes Handelsgut, das auch als schwarzes Gold bezeichnet wurde. Wo Kaffee zuvor nur in kleinen Geschäften frisch gemahlen und zubereitet wurde, fand er nun auch Einzug in die Supermärkte. Mit dem Wirtschaftsboom entwickelt sich Kaffee schnell zum Massenprodukt und findet Einzug in viele Haushalte.

Kaffee im Supermarkt, Dritte Kaffeewelle

Die zweite Welle: Klasse in der Masse

Die zweite Kaffeewelle beginnt ab Mitte der 1960er Jahre. 1966 eröffnet der holländische Immigrant Alfred Peet das erste Kaffeehaus in Berkeley, Kalifornien, und lehrt auch die Gründer von Starbucks ihr Handwerk. Im Fokus der zweiten Welle stehen hochwertigere Arabicabohnen – der Espresso entwickelt sich zum Kultgetränk. In Deutschland ist diese Welle kaum zu spüren: Die Deutschen wählen ihren Kaffee nach Markennamen aus, Ursprungsland und Röstung spielen damals keine Rolle.

Bild von zwei Starbucks Kaffee Bechern, dritte Kaffeewelle

Die dritte Kaffeewelle: Hochwertigster Kaffee im Vordergrund

Die dritte Kaffeewelle begann in den 1980er Jahren in Norwegen und schwappt in den 90ern in die USA. Von dem Kaffeeanbau, der -produktion und dem Handel geht es darum, faire Beziehungen zu allen Beteiligten aufzubauen, gerechte Löhne zu zahlen und faire Bedingungen für Händler und Röster zu schaffen. „Third wave coffee“ zeichnet sich durch den Direkteinkauf, Single-Origin-Kaffee, als auch durch hellere Röstungen und Latte Art aus.

Sortierung von Kaffeebohnen, dritte Kaffeewelle

Ähnlich wie die Bewegungen rund um Wein, Gin oder Schokolade soll ein Bewusstsein für den nuancierten, vielfältigen Geschmack und die Vielfalt der Sorten von Kaffee entwickelt werden. Das Zelebrieren von alternativen und traditionellen Zubereitungsmethoden, wie die Frenchpress oder das händische Aufbrühen mit Papierfiltern sind wieder voll im Trend.

Das Handelsvolumen des „Spezialitätenkaffees“ nimmt in etwa 5 Prozent ein. In Deutschland steht die Bewegung noch am Anfang, entwickelt sich aber stetig weiter.

Und wie sieht es geschmacklich aus?

Die Kaffeebohnen für den „third wave“ Kaffee werden durch die Röster meist möglichst direkt von den Kaffeebauern bezogen (Direct Trade). In sogenannten Mikroröstereien werden diese dann langsam, schonend und bei niedrigen Temperaturen um die 150-200 Grad geröstet. Ab einer Temperatur von 100 Grad fängt die Feuchtigkeit in den Bohnen zu verdampfen an. Die Röstung wird dann nach dem ersten „Knacken“ gestoppt, wodurch die fruchtigen Säuren in der Kaffeekirsche enthalten bleiben. Je nach Höhenlage und Anbaugebiet verändert sich auch der Geschmack jedes einzelnen Kaffees. Bevorzugt werden innerhalb der Bewegung Arabica-Bohnen, da diese weniger Bitterstoffe während dem Röstvorgang entwickeln. Geschmacklich hat der „third wave“-Kaffee nur wenig mit dem uns bekannten Kaffeegeschmack zu tun. Seine Geschmacksvariation reicht zur Ähnlichkeit mit schwarzem Tee, Früchtetee oder zeichnet sich durch blumige Noten aus.

Dadurch ist der „Third wave coffee“ ein Synonym für hochwertigsten Kaffee und ein Produkt für echte Kaffeeliebhaber und -kenner. Preislich lässt sich diese Art von Kaffee ab einem Kilopreis von 20€ ansiedeln. Im Vergleich zur herkömmlichen Tasse ergibt das aber lediglich einen Preisunterschied von 7 Cent pro Tasse. Die Preisgrenze nach oben ist jedoch offen.

Tipps zum Genießen von „Third wave“ Kaffee

Um den einzigartigen Geschmack von „third wave“ Kaffee richtig zu entfalten, empfiehlt es sich ihn nicht direkt heiß zu genießen, sondern abzuwarten bis der Kaffee etwas abgekühlt ist. Das bringt die verschiedenen Aromen voll zur Geltung. Im Gegensatz zu konventionellem Kaffee lässt er sich problemlos warm und kalt genießen.

Im Grunde gilt es bei „third wave“ Kaffee genauso wie bei anderen Dingen im Leben: probieren, probieren und noch mal probieren. Dann steht auch bei der richtigen Kaffeewahl nichts mehr im Weg!

Dich interessiert, wie die dritte Kaffeewelle im Saarland aussieht?

Dann lies unsere Blogbeiträge zu den Brew Brothers und der Kaffeebar Lisbeth!


Quellen

https://www.coffeecircle.com/de/b/third-wave-coffee
https://www.cremundo.de/magazin/die-dritte-kaffeewelle-third-wave-kaffee/
https://www.roastmarket.de/magazin/helle-kaffeeroestungen-fruchtig-leichte-kaffeenoten-von-brombeere-bis-jasmin/