Unser Besuch und die Geschichte hinter der Kaffeebar Lisbeth

Dominic von der Kaffeebar Lisbeth

Bei unserer Suche nach speziellen Kaffee-Locations über Instagram fiel uns die „Kaffeebar Lisbeth“ sofort ins Auge. Wenn man durch die Bilder des Profils scrollt, mag man zuerst meinen, dass es sich bei der Kaffeebar Lisbeth um ein „normales“ Café handelt – dem ist aber nicht so. Denn Dominic, der „Inhaber“ der Kaffeebar Lisbeth, ist ein Homebarista, der seine Leidenschaft für Kaffee nur gerne mit allen Menschen teilt, die ihn in seinem Zuhause besuchen möchten. Um die Person und die Idee hinter der Kaffeebar Lisbeth kennenzulernen, verabredeten wir uns auf eine (oder mehrere) Tassen Kaffee.

Gesagt, getan: Dominic empfing uns in seiner Dachgeschosswohnung mitten in der Saarbrücker Innenstadt und führte uns in seine Wohnung und in sein Wohnzimmer. Ausnahmslos Jede von uns blickte sich nach einer kurzen Vorstellungsrunde erst einmal gespannt um. Wir standen in einem supergemütlichen Wohnzimmer, welches circa zur Hälfte in eine Kaffeebar umgewandelt wurde. An den Wänden hingen mit viel Liebe zum Detail die verschiedensten Utensilien und jede Menge Bilder, Poster und Bücher – alles rund um Kaffee. Was uns natürlich neben den visuellen Eindrücken direkt auffiel: der Geruch von frischen Kaffeebohnen.

Welchen Kaffee könnt Ihr bei Dominic genießen?

Getränkekarte der Kaffeebar Lisbeth

Da wir neben spannenden Gesprächen, auch für guten Kaffee zu Dominic gekommen sind, bot er uns erst mal verschiedenste Kaffeearten an. Neben den Klassikern wie Cappuccino, Latte Macchiato und Flat White hatte Dominic am Tag zuvor extra einen Cold Brew angesetzt und konnte uns daher sogar Iced Latte und Cold Brew Tonic anbieten. Drei von uns hatten sich für einen Cappuccino entschieden und durften diesen unter der Hilfestellung von Dominic selbst zubereiten. Für uns alle war dies eine komplett neue Erfahrung, da wir zuvor noch nie mit einer professionellen Siebträgermaschine Espresso und Milchschaum zubereitet haben.

Bei der Zubereitung des Espressos erklärte Dominic uns, welche Faktoren man beachten muss. Zuerst werden die Bohnen frisch gemahlen, dabei sei der perfekte Mahlgrad essenziell für den späteren Geschmack. Denn umso gröber der Kaffee gemahlen ist, desto schneller läuft auch das Wasser durch das Kaffeepulver und desto weniger intensiv schmeckt der Kaffee am Ende. Als Nächstes beeinflussen die richtige Dosierung des gemahlenen Kaffees, die Wassertemperatur und die Durchlaufzeit das Aroma. Beim Milchaufschäumen und der Latte Art taten wir uns schwer, und na ja, sonderlich schön waren die Ergebnisse nicht. Aber da konnte Dominic uns beruhigen, bis man Latte Art perfekt beherrscht, ist viel Übung notwendig.

Die Entstehung der Kaffeebar Lisbeth

Anschließend genossen wir alle unseren Kaffee und Dominic erzählte uns dabei, wie es zu der Kaffeebar Lisbeth kam. Dominic ist gebürtiger Saarländer und wohnt seit etwa sechseinhalb Jahren in seiner Saarbrücker Wohnung. Als er damals bei seinen Eltern auszog, stellte er sich die Frage, welche Kaffeemaschine er sich kaufen solle, da er gerne zuhause Kaffee trinken würde. Auf einer Reise entdeckte er dann in einer Zeitschrift einen Handfilter, den er sich anschließend gekauft hat. Das war der Anfang einer neuen Leidenschaft: schnell fand er heraus, dass Kaffee aus frisch gemahlenen Kaffeebohnen sehr viel besser schmeckt, und kaufte sich daraufhin eine kleine Handmühle.

Seit knapp vier Jahren perfektioniert Dominic nun schon sein Handwerk stetig durch viele Bücher und Zeitschriften sowie Schulungen. Bei diesem Prozess zog nach und nach immer mehr Equipment in seine Küche ein: Eine Waage, um die Kaffeebohnen zu wiegen, eine bessere Mühle und viele verschiedene Kaffeesorten, die er aus ganz Deutschland bestellte und testete. Zudem hatte er viel Spaß daran gefunden, seiner Familie und Freunden Kaffee zuzubereiten.

Über Espresso zur Kaffeebar im Wohnzimmer

Danach gab es jedoch noch keinen Halt und Dominic wollte tiefer in die Materie eintauchen. Er setzte sich zusätzlich zu gutem Filterkaffee ein neues Ziel: Espresso. Um guten Espresso zu brühen, benötigte er jedoch noch weiteres Equipment. Er besorgte also eine automatische Mühle, eine professionelle Siebträgermaschine für Espresso, Milchkännchen und vieles mehr. Mit seiner deutlich vergrößerten Sammlung stieß er jedoch relativ schnell an die Platzgrenze seiner kleinen Küche. So wanderte das gesamte Equipment in sein Wohnzimmer, wo nach kleinen Umbaumaßnahmen die Kaffeebar Lisbeth entstanden ist. Der Name ist eine Hommage an Dominics Oma Elisabeth, die schon immer eine Kaffee-Liebhaberin ist.

Große Aufmerksamkeit über Instagram

Über Instagram teilte er dann Bilder von seiner neuen Kaffeeecke im Wohnzimmer, woraufhin viele Leute auf seine Kaffeebar aufmerksam wurden. Sie schrieben ihm, wo denn sein neues Café in Saarbrücken sei, weil sie sehr gerne vorbeikommen würden. Allerdings hatte Dominic mit der Kaffeebar Lisbeth ja eigentlich nur ein Wohnzimmer-Café – da er aber gerne neue Leute kennenlernt und diese mit seiner Kaffeeliebe begeistern wollte, lud er diese kurzerhand zu sich nach Hause ein.

Seitdem schreiben ihm immer wieder Leute, die an einem Besuch interessiert sind, und er findet dafür gerne einen freien Slot. Da Dominic noch in Vollzeit berufstätig ist, kann er natürlich nicht jeden Tag Besuch empfangen. Denn jeder Besuch nehme sehr viel Zeit in Anspruch, vor allem für die Vorbereitung. Wir haben ihn übrigens ganz interessiert gefragt, ob das Ganze immer so gut klappt und ob er keine Bedenken dabei hat, dass ihn fremde Menschen besuchen. Aber Dominic fühlt sich aufgrund seiner bisherigen, positiven Erfahrungen sehr sicher und freut sich auf jeden Besucher und spannende Gespräche. Worauf er sich nur immer verlassen müsse ist, dass die Leute auch wirklich kommen, damit seine Vorbereitungen nicht umsonst sind.

Wie es weitergeht? Da ist er sich ganz sicher: Er möchte unbedingt ein kleines Café eröffnen, welches dann auch den Namen Kaffeebar Lisbeth tragen soll. Wann er sich diesen Wunsch erfüllen wird, ist allerdings noch offen. Er wartet auf den richtigen Moment und ein schönes Lokal. Aber auch jetzt schon freut er sich über jeden Besuch!

Die Philosophie und Kaffee-Tipps von Dominic

Natürlich haben wir Dominic auch nach seiner Philosophie und nach seinen persönlichen Favoriten und Tipps bezüglich Kaffee gefragt. Dominic ist ein Verfechter der dritten Kaffeewelle – er möchte den Menschen den Genuss an der kleinen Bohne näherbringen. Ihm ist neben dem Genuss und der Wertschätzung des Kaffees auch die Herkunft der Kaffeebohnen sehr wichtig. Aus diesem Grund kauft er seinen Kaffee ausschließlich bei kleinen Röstereien, bei denen er sich vollständig über die Wertschöpfungskette und vor allem über die Farmen informieren kann. Viele dieser Röstereien kennt er persönlich und weiß daher, dass er Vertrauen in die nachhaltige Herstellung der Kaffeebohnen haben kann. Seine Empfehlung für alle Kaffeeliebhaber ist Kaffee nicht im Supermarkt, sondern von kleinen Röstereien zu kaufen und damit Geld in gute Qualität und Geschmack zu investieren – es lohnt sich.

In Saarbrücken kann er unter anderem die Röstereien „Die Kaffeebohne“ und „Black Hen“ empfehlen. Wenn Ihr aber guten Kaffee zu Hause trinken möchtet, ohne viel Geld auszugeben, hat Dominic einen Tipp für Euch. Mit einem Handfilter, einer Handmühle und Kaffee von einer kleinen Rösterei könnt ihr euch jeden Tag leckeren Kaffee zubereiten, ohne Unmengen an Geld dafür auszugeben. Am liebsten trinkt Dominic aktuell hell geröstete Kaffeebohnen, zubereitet mit einem Handfilter.

Über die Grenzen des Saarlands hinaus ist Berlin sein „Kaffee-Mekka“. Dort hat er an einem Tag sogar eine Art Kaffee-Schnitzeljagd gemacht und jedes Café besucht, das ihm empfohlen wurde oder das er interessant fand. Dabei fand er auch sein Lieblingscafé bzw. -rösterei „The Barn”, die ebenfalls Verfechter der dritten Kaffeewelle und Specialty Coffee sind. Dominic ist übrigens nicht nur Kaffee-Liebhaber, sondern trinkt auch gerne Gin. Aber auch hier hat er es geschafft, Kaffee zu integrieren. Auf einem Gin-Tasting hat er einen Gin Tonic mit Cold Brew-Kaffeekonzentrat aus Spritzen serviert und damit gewonnen.

Kaffeebar Lisbeth – definitiv einen Besuch wert

Wir finden, dass die Kaffeebar Lisbeth ein echter Insider-Tipp in Saarbrücken und im Saarland ist – auch der „Besitzer“ Dominic ist ein super sympathischer Gesprächspartner. Wir würden uns freuen, wenn er ein Café eröffnet und werden ihn dann liebend gern besuchen! Bis dahin könnt ihr weitere Café-Tipps in Saarbrücken in unserem Kaffee Guide erhalten.


Kaffeebar Lisbeth

Hier geht es zur Instagram-Seite der Kaffeebar Lisbeth