Kaffee aus der Region für Jedermann

Kaffeetruck der Kaffeerösterei COMAME

In unserem Faktencheck zur Nachhaltigkeit von Kaffee haben wir herausgestellt, dass es immer umweltfreundlicher ist, Kaffee in regionalen Röstereien zu kaufen. Also machten wir uns auf die Suche nach kleinen Kaffeeröstereien im Saarland – und haben COMAME gefunden.

Zuerst besuchten wir Ramon Bachmann, den Inhaber von COMAME, auf dem Wochenmarkt in Saarbrücken. Unter anderem findest Du Ramon hier mit seinem mobilen Kaffee-Truck in der Regel jeden Freitag von 9:00 – 14:00 Uhr. Wo Du seinen Kaffee sonst noch genießen und kaufen kannst, erfährst Du weiter unten im Beitrag. Auch uns hat der leckere Kaffee vor Ort gefallen und unser Interesse für das gesamte Konzept geweckt. Wir verabredeten uns für ein kleines Interview vor dem Werksverkauf in seiner Rösterei im Gewerbegebiet St. Ingbert.

Ramon eröffnete seine Rösterei COMAME am 04.11.2018. Seine Leidenschaft für Kaffee und die Arbeit hin zu seiner Selbstständigkeit begonnen allerdings schon einige Zeit früher. Gerade der Prozess vor der Eröffnung nahm lange Zeit in Anspruch, erzählte uns Ramon. Neben der Erstellung des Business- und Finanzierungsplans musste er eine Baugenehmigung einholen – und das, obwohl in den 50er Jahren bereits eine Rösterei in denselben Räumlichkeiten war. Seit gut einem Jahr perfektioniert Ramon sein Konzept immer weiter, mit Erfolg: COMAME hat bereits einige Stammkunden und wird durch positive Mundpropaganda immer bekannter.

Die Idee hinter COMAME

Die Idee zur Rösterei entwickelte sich unter anderem aus Ramons Interesse an handwerklich hergestellten Lebensmitteln. Außerdem konnte er zuvor einige Erfahrungen in der Gastronomie sammeln. Dort lernte er, wie wichtig ein hoher Kundenfokus ist – und die Basis dafür: der Schulungsbedarf der Mitarbeiter. Nur wer das Handwerk beherrscht und eine Leidenschaft für das Produkt entwickelt, schafft es, Kunden zu überzeugen, so Ramon.

Kaffee hat Ramons Interesse geweckt, da das Produkt sehr viele unterschiedliche Möglichkeiten bietet. Gerade der Geschmack ist von verschiedenen Faktoren abhängig, jedes Detail in der Wertschöpfungskette beeinflusst das spätere Aroma. Während seines BWL-Studiums hat er sich zum Ziel gesetzt, sich selbstständig zu machen. Den Grundstein für seine Geschäftsidee legte er mit seiner Abschlussarbeit zum Thema Rohkaffee. Dabei konnte Ramon Einblicke in die Wertschöpfungskette erhalten und entdeckte gleichzeitig wie komplex die Handelswege von Kaffee sind. Mit seiner Rösterei möchte er Kaffee anbieten, der möglichst transparent gehandelt wurde. Und das wäre bei den vielen Handelsstationen nicht einfach zu gewährleisten, erklärte er uns. Man könne die gewünschten Informationen nur bei Rohkaffee erhalten, den man für einen gewissen Preis einkauft. Somit sei aber auch eine hohe Qualität bei seinen Kaffeesorten gegeben.

Logo und Bedeutung von „COMAME“

So entstand aus dieser Idee die Kaffeerösterei COMAME mit einem mobilen Kaffeetruck als Ergänzung. Durch diese Kombination kann Ramon einen persönlichen Kontakt zu seinen Kunden aufbauen – was gerade bei diesem erklärungsbedürftigen Produkt auch wichtig ist. Uns hat natürlich ebenfalls interessiert, was hinter dem Namen und dem Logo von COMAME steckt: COMAME ist eine Wortneuschöpfung und kommt aus dem japanischen Raum. „Co“ ist eine Abkürzung für Coffee und „Mame“ heißt aus dem Japanischen übersetzt Bohne. Das Logo ist dem entsprechend das Wort „Mame“ in japanischen Zeichen geschrieben. Ramon hat den Namen gewählt, da er schön klingt und man ihn ohne Abwandlungspotenzial leicht aussprechen kann.

Aktuelle Entwicklungen in der Kaffeewelt und deren Einfluss auf Ramon’s Kaffeerösterei

Kaffeemaschine und Logo von COMAME

Bei seinem transparent gehandelten Kaffee legt Ramon allerdings keinen großen Wert auf bestimmte Siegel. Das hat aber nachvollziehbare Gründe: Gerade das Fairtrade-Siegel sieht er kritisch. Was bedeutet „fair“ genau? Wie wird „fair“ in Deutschland definiert und wie in Kolumbien oder Peru? Trotzdem findet er den Gedanken dahinter gut und erachtet es als wichtig, sich über solche Themen Gedanken zu machen und unterstützt diese auch. Gerade im Zuge der dritten Kaffeewelle seien die Themen immer präsenter. Mit COMAME möchte er genau diesen Trend langfristig beibehalten und weiter nach vorne bringen. Er hofft, dass weiterhin ein größerer Fokus auf regionale und werthaltige Lebensmittel gesetzt wird und die „Geiz ist geil“-Mentalität verblasst. Seiner Meinung nach sollte jeder bereit sein, mehr Geld für Qualität und Fairness auszugeben.

Specialty Coffee und Direct Trade sind ebenfalls zwei sehr gängige Buzz Words in der Kaffeewelt, von denen sich Ramon aber eher fernzuhalten versucht. Specialty Coffee sei vor allem für Kunden mit hoher Zahlungsbereitschaft und Awareness für qualitativen Kaffee. Hierfür sieht er im Saarland noch keine große Kundengruppe und geht daher mit COMAME marketingseitig nicht in diese Richtung. In Direct Trade sieht er ebenfalls Potenzial – jedoch würden die meisten Anbieter, die damit werben, keinen wirklich direkt gehandelten Kaffee verkaufen. Aus diesem Grund fokussiert sich Ramon vor allem auf qualitativ hochwertigen Kaffee, der mit fairen Gedanken hergestellt wurde und in jedem Punkt authentisch und nachvollziehbar ist. Mit COMAME setzt er genau dies um, angepasst auf die aktuelle Marktstruktur und die Wünsche seiner Kunden.

Ausblick für die Zukunft

Neben dem Anspruch nach vernünftig hergestellten Kaffee bietet Ramon ebenfalls Schulungen in seiner Rösterei an. Damit möchte er neben dem Wissen auch ein Qualitätsbewusstsein in den Köpfen seiner Kunden verankern. Auch bei seinem eigenen Handwerk hat er einen hohen Anspruch an sich selbst und achtet darauf, dass kein schlechter Kaffee seine „Theke“ verlässt. Nicht zuletzt aus diesem Grund führt und betreibt Ramon COMAME momentan weitestgehend alleine. Bei seinem Werksverkauf hat er aktuell familiäre Unterstützung, möchte aber auf lange Sicht wachsen. Bevor er allerdings einen Mitarbeiter anstellt, möchte er sichergehen, dass er einen fairen Lohn zahlen kann. Außerdem möchte Ramon jemanden einstellen, der eine ebenso hohe Leidenschaft für Kaffee hat – und das sei in der kurzweiligen Gastronomie-Branche eher schwer zu finden.

Bei seinem Werksverkauf und bei den Besuchen auf dem Wochenmarkt bietet Ramon Kuchen und Gebäck zum Kaffee an. Hierbei erhält er Unterstützung durch kleinere, regionale Unternehmen, mit denen er kooperiert.

In nächster Zeit möchte Ramon weiter an der Markenbekanntheit von COMAME arbeiten. Seine Internetseite, die sich aktuell im Aufbau befindet, soll dabei unterstützen. Außerdem möchte er seinem Ziel näherkommen, mit weniger Farmen langfristig und direkt zusammenzuarbeiten. Aktuell sei das Sortiment von COMAME auch eher breit aufgestellt, da Ramon aber sehr regional orientiert ist, sei das nach dem aktuellen Geschmack der Saarländer genau das Richtige. Im Vergleich zu Städten wie Berlin, wo helle Röstungen sehr beliebt sind, sei der Geschmack im Saarland bodenständiger und traditioneller. Hier bevorzugt man weiterhin dunkle Röstungen.

Woher kommt der Kaffee von COMAME?

Kaffeesortiment von COMAME

Ramon röstet in seiner Rösterei hauptsächlich Arabica Bohnen. Da das Sortiment von COMAME relativ breit aber trotzdem überschaubar gehalten ist, kommt der Rohkaffee aus verschiedenen Regionen von allen Kontinenten. Aktuell bezieht Ramon seine Kaffeebohnen hauptsächlich aus Südamerika. Dies begründet sich neben der Verfügbarkeit des Kaffees vor allem in der sensorischen Bandbreite, die der Kontinent bietet. Wenn Ramon neue Kaffeebohnen testet, bewertet er diese allem voran nach dem Geschmack. Denn das oberste Ziel sei natürlich, dass der Kaffee schmeckt – und auch erst daran messen Kunden die Qualität des Kaffees.

Bei COMAME erkennst Du die Kaffeesorten für Filter und alle anderen Zubereitungsarten an der weißen Verpackung, die Espresso-Sorten sind in braunen Verpackungen verpackt. Geschmacklich findest Du bei COMAME eine Bandbreite aus hellen, fruchtigen Kaffees, bis hin zu kräftigeren Espresso-Röstungen. Der Kaffee „Guapa“ ist aktuell der Bestseller von COMAME. „Guapa“ ist eine kräftigere Sorte und sowohl für einen Kaffeevollautomaten, als auch für die Espressomaschine geeignet.

Wo kannst Du Ramon, die Rösterei oder den COMAME-Kaffeetruck finden?

Die Rösterei COMAME beim Werksverkauf.

Die Rösterei findest Du im St. Ingberter Gewerbegebiet unter folgender Adresse: Pottaschwald 1-3, 66386 Sankt Ingbert. Hier kannst Du dich sonntags von 14:00 bis 18:00 Uhr auf leckeren Kaffee und Kuchen sowie spannende Erklärungen zum Thema Kaffee freuen – und natürlich den Kaffee von COMAME kaufen. Den mobilen Kaffeetruck triffst Du auf dem Saarbrücker Wochenmarkt, auf dem St. Johanner Markt, freitags von 9:00 bis 14:30 Uhr und samstags von 7:00 bis 12:30 Uhr auf dem Wochenmarkt in St. Ingbert. Falls Du für Dein Event noch leckeren Kaffee brauchst, könntest Du dafür Ramon und den Kaffeetruck sogar auf Anfrage reservieren. Über alle etwaigen Änderungen oder Specials, die seine Verkaufszeiten betreffen, hält euch Ramon über Instagram auf dem Laufenden.

Und in welchem Café im Saarland trifft man Ramon, wenn er nicht gerade seinen eigenen Kaffee trinkt? Sein Lieblingscafé ist das Luuc in Saarbrücken – hier werden übrigens auch Bohnen von COMAME genutzt. Einen Lieblings-Kaffee hat Ramon übrigens nicht, weder bei seinen Bohnen, noch bei der Zubereitungsart, das hängt immer von seiner Stimmung ab und worauf er gerade Lust hat.

Wir können die Rösterei COMAME geschmacklich auf jeden Fall empfehlen. Auch die Rösterei beim Werksverkauf zu sehen ist super spannend, dazu mit einer schönen Atmosphäre. Wir bedanken uns bei Ramon für seine Zeit und das Wissen, welches er uns innerhalb unseres Projektes vermitteln konnte und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg!


COMAME

Kaffeerösterei
Im Pottaschwald 1-3
66386 Sankt Ingbert

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